zweimal crf

Honda CRF 250 L - das straymotoMoto

 

Neue Motorräder kaufen? Undenkbar für uns! Viele zu viel anfällige Technik, Schnickschnack, Wertverluste und andere unschöne Nebenwirkungen kommen da direkt in den Sinn. Außerdem ist Neukaufen ja was für Snobby-Leute mit zu viel Geld. Von den für die Produktion benötigten Rohstoffen mal ganz zu schweigen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...

 

Ursprünglich sollte es eine zweite "DIE XT" für Stefanie geben (s. "DIE XT"). Doch mit zwei 30 Jahre alten Mototorrädern, die noch dazu jeweils ca. 6 l Sprit brauchen und nach spätestens 30.000 km noch den einen oder anderen Liter Öl, zu reisen bedeutet vor allem eins - viel, nein, sehr viel schrauben! Noch dazu kostet die Anschaffung und der Neuaufbau einer halbwegs intakten 600er XT nahezu soviel wie eine vergleichbare neuere Maschine. Und so stolperten wir eher zufällig über die süße kleine CRF 250 L. Ein Gebrauchtkauf kam für uns nicht infrage, da die vorherigen Modelle zum einen kein ABS hatten und zum anderen preislich nur unwesentlich günstiger waren. Das mit dem ABS kann einem auch als erfahrenen Fahrer den Allerwertesten retten und frei nach der Devise - besser haben als brauchen!

 

Und so kam es, dass wir im Herbst 2017 mit zwei nagelneuen Hondas nach Hause kamen.  Einfach perfekt, wie ein Mountainbike mit Motor und mit 250 ccm und 25 PS völlig ausreichend für unsere Zwecke. Mit weniger als 150 kg wahnsinnig handlich und wie wir von anderen Reisenden wussten, auch von ausreichender Robustheit. Den folgenden Winter verbrachten unsere neu erstandenen Motos im Keller, um dort umgebaut zu werden. Was leicht rein ging, ging allerdings nicht mehr so leicht raus - zum Glück fanden wir jemanden, der uns dabei half, die Motos die Kellertreppenstufen wieder nach oben zu bugsieren, damit die CRFs ihre wohlverdiente Freiheit wiedererlangen konnten.

 

Jetzt hieß es umbauen und zwar alles zweimal identisch. Zuerst wurden die Stahllenker gegen stabilere aus Alu getauscht. Dazu kamen Griffheizungen, Handprotektoren mit Alubügel, USB-Steckdosen (zusammen mit den Heizgriffen abgesichert und über ein Relais geschaltet), stabile Motorschutzplatten aus Aluminium, progressive Gabelfedern und ein schokoladenlilafarbenes Federbein von einem hypertollen Fahrwerkhersteller aus den Niederlanden.  Als nächstes kamen die Sitzbänke an die Reihe. Die Kerne haben wir gegen härtere getauscht und die Sitzbänke dann neu bezogen. Lukas' ehemaliger Arbeitskollege, seines Zeichens Berufskofferträgerkonstrukteur und Hobbygenie, zauberte uns zwei ausgesprochen edle Gepäckträger und wir sind ihm unendlich dankbar dafür. Die Träger haben sich auf unserer Norwegentour bestens bewährt und wir sind uns sicher, dass sie mit Abstand den stabilsten Teil unserer Hondas darstellen.

 

Ihre Geländegängigkeit konnten unsere kleinen CRFs beim Endurotraining bereits beweisen. Im Großen und Ganzen sind die beiden Motos also startklar. Zwei große Tanks und zwei Windschilder sowie die nötigen Reifen für unsere Reise liegen bereit und es soll auch schon Leute gegeben haben, die so lange an ihren Maschinen rumgebastelt haben, dass sie glatt vergaßen loszufahren...