alternative wohnformen

 

Eine Woche, drei Monate, ein Jahr, ein Jahrzehnt, egal wie lang du unterwegs bist, irgendwann ist Schluss, du kehrst heim und die Reise ist zu Ende. Ist das so?! Was unterscheidet die Zeit unterwegs von der „normalen“ Zeit? Im besten Fall einzig die Geschwindigkeit und die ständigen Wechsel von Eindrücken, Bekanntschaften und Orten.

 

Auch wir werden früher oder später zurückkehren. Wohin, das wissen wir jetzt noch nicht. Vielleicht bleiben wir dort, wo es uns gefällt, vielleicht suchen wir uns einen neuen Platz zum Leben. Alles ist offen. Fest steht, dass die minimalistische Art und Weise des Reisens auch jetzt schon unseren Alltag bestimmt und wir beide uns nicht vorstellen können, nach langer Zeit in der Natur dauerhaft zurück in eine Mietwohnung zu ziehen. Vielmehr muss es doch möglich sein, die Einfachheit und das Leben im Hier und Jetzt ohne überflüssigen Ballast an einem mehr oder weniger festen Ort zu leben.

 

Dass dies möglich ist, zeigen vielfältige und kreative Menschen schon seit langer Zeit und in verschiedensten Formen. Unterwegs wollen wir die Augen offen halten und uns von diesen Konzepten inspirieren lassen.

Einige Konzepte wollen wir euch hier kurz vorstellen:

 

Bauwagen – der Klassiker

Wer kennt ihn noch, den Mann mit dem weißen Bart, der Nickelbrille und der Latzhose? Peter Lustig, ein unvergessener Kinderheld, der uns immer wieder gezeigt hat, wie die Welt funktioniert und wie wir sie verändern können, lebte in seiner Rolle in einem kleinen blauen Bauwagen. Klar, alles nur Kulisse, aber es gibt sie, die Menschen, die in alten Bauwägen, LKWs und ähnlichen Gebilden leben, meist im Gürtel einer Großstadt zu kleinen und großen Gemeinschaften zusammengeschlossen. Aber auch ohne Wagenplatz lässt sich so ein Gefährt wunderbar als Wohnung nutzen und bietet den Vorteil, geographisch sehr flexibel zu sein.

 

Tiny House – grenzenlos kreativ

Ein Trend aus Nordamerika: kleine Häuser, meist selbst gebaut, die auf wenig Platz ein gemütliches Zuhause bieten. Oft kann so ein Häuschen auch relativ leicht von A nach B transportiert werden. Der große Vorteil ist, dass hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind und im Bedarfsfall beliebig angebaut werden kann. Einzig die Platzwahl gestaltet sich schwierig. Ein eigenes Grundstück wäre praktisch, aber diverse Baugesetze machen das Leben im Tiny House zumindest in Deutschland recht kompliziert. Viele bauen ihr Haus deshalb direkt auf einem Anhänger auf und dürfen es dann auf einen Campingplatz stellen – für uns nicht die schönste Lösung.

 

Vanlife

Ein riesiger Trend derzeit. Wem das Wohnmobil (liebevoll auch fahrender Kühlschrank genannt) zu spießig ist, der baut sich einen Transporter nach seinen Wünschen um. Hier sind der Kreativität und Fahrzeugwahl wieder einmal keine Grenzen gesetzt. Vom Klempner-Kasten-Kombi bis zum LKW ist alles möglich. Zugegebenermaßen nichts Neues, aber in den letzten Jahren vermutlich unter anderem durch soziale Medien extrem populär geworden. Hier gibt es auch die unterschiedlichsten Lebensformen. Die einen reisen in ihrem Transporter und arbeiten  unterwegs als digitale Nomaden*, die anderen leben an einem festen Ort und wohnen in ihrem Gefährt.

Als VW-Bus Rüdi zu uns stieß, wussten wir beide noch nichts von diesem Trend, aber in unseren Sommerurlauben und auf diversen Kurztrips konnten wir reinschnuppern in diese Lebensform und sie sagt uns sehr zu. Leider ist Rüdi für das dauerhafte Wohnen doch etwas zu klein, aber er wartet schon auf unsere Rückkehr, damit wir ihn flott machen, für die nächsten Reisen, die da kommen werden.

 

*Vornehmlich für Berufe, die vor dem Bildschirm stattfinden möglich. Eher weniger geeignet für die Schmiedin oder den Erzieher.