motorradbekleidung


Motorradkleidung muss viel können und gut sitzen! (Welch werbewirksamer Satz - ist aber echt so...)

So wie man vortrefflich über Motorräder und Zelte streiten kann, so bietet auch die Wahl der Kleidung reichlichst Diskussionsgrundlage. Deshalb stellen wir unsere Motorradgarderobe einfach mal von Kopf bis Fuß vor und erklären, was wir uns dabei gedacht haben:

 

Kopf  - Hut tut gut und macht Mut!

Klar, ganz wichtig. Nun ist es aber so, dass es Unmengen verschiedener Helmformen und Modelle gibt und irgendwie auch jeder Kopf anders ist. Das hat u.a. zur Folge, dass die Kopfform einfach nicht zum gewünschten Modell passen will oder umgekehrt. Im Motorradladen sprach man sogar davon, dass jeder Helmhersteller einen eigenen "Normkopf" hat... Also alles nicht so einfach! Wir haben uns für Endurohelme mit Visier entschieden, die dennoch auch mit Brille tragbar sind. Wichtig empfinden wir, dass der Helm gut sitzt und möglichst leicht ist. Zudem sollte er nicht allzu luftig, aber auch nicht zu geschlossen sein. Zur Sicherheit lässt sich nicht so leicht eine Aussage treffen, denn so ziemlich jeder Helm ist ECE geprüft und Preise bieten für gewöhnlich auch nicht unbedingt Indizien für Sicherheit. 

 

Auch wenn die CRFs sehr leise sind ist es unter dem Helm auf dauer doch sehr laut. Das kiegt nicht unbedingt am Motorengeräusch, sondern vor allem am Fahrtwind. Aus diesem Grund verwenden wir spezielle Ohrstöpsel die genau diese Windgeräusche stark mindern, aber ansosnten nicht beeinträchtigen. Die Konzentration an langen Fahrtagen bleibt so besser bestehen und das Dröhnen wenn man abends im Zelt liegt bleibt auch aus.

 

Auch wichtig: Halstuch. Wir haben normale Schlauchtücher, die bei Regen und Kälte einfach weiter hoch über Ohren und Nase gezogen werden können. Jeder nimmt zwei Stück mit, damit wir die kombinieren können, wenn es richtig kalt ist bzw. nach einer Regenfahrt noch ein trockenes übrig ist. (Vielleicht nimmt Stefanie aber auch noch heimlich ein drittes mit... Aus so einem Schlauchteil lässt sich nämlich auch eine wunderbare Mütze erstellen.)

 

Diese knubbeligen Dinger unten an unseren Helmen haben sich übrigens echt bewährt! Total toll, miteinander quatschen, sich gegenseitig vor Gefahren warnen, zusammen zu lachen und singen zu können! Geniale Erfindungen, diese Bluetooth-Sprechdinger. Innerhalb kürzester Zeit sind uns die Teile echt ans Herz gewachsen und wir möchten sie nicht mehr missen!

 

Obenrum - Ganz klar: Zwiebelprinzip!

  • Merinoshirt / Longsleeve

Shirts aus Merinowolle haben wir sowieso dabei. Die müffeln nicht so schnell und fühlen sich super an.

  • Protektorenjacke

Wie oben bereits erwähnt ist Sicherheit ein wichtiger Aspekt für uns und dazu zählen auch Protektoren. Der Vorteil einer Protektorenjacke (aus dem Enduro-/MX-Sport) ist, dass alle Protektoren fest an ihrem Platz sitzen und so bestmöglich schützen. Der Rückenprotektor ist integriert und nach ein paarmal Tragen spürt man die Jacke kaum noch. Wir haben uns aus Komfortgründen für weiche Protektoren entschieden, die beim (hoffentlich ausbleibenden) Aufprall hart werden.

  • Kunstfaserjacke (wenn's kalt ist)

Liebevoll "Wolke" genannte Jacken aus einer Art Schlafsackstoff, die bei minimalem Packmaß maximale Wärme bringen. Die "Wolke" erzeugt eine Art Luftpolster zwischen Motorrad- und Protektorenjacke und ist somit eine wunderbare Isolationsschicht. Natürlich tragen wir sie auch als Freizeitjacken.

  • Motorradjacke / Jersey

Hier haben wir Jacken aus abriebsfesten Textilmaterial mit vielen vielen Belüftungen. Die integrierten Protektoren, die zusätzliche Thermo- sowie Membranschicht bleiben zu Hause. Die Jacke ist in erster Linie ein Abriebs- und Windschutz. Lukas nutzt seine Jacke (Hakuna Matata - diesen Spruch sag ich gern! ;) schon seit einigen Jahren und ist äußerst zufrieden. Stefanies Renn-Blouson hat sich auf Reisen mangels Belüftung und wegen des kurzen Schnittes als unpraktisch erwiesen (Leider. Schnüff!). Leider konnten wir auch nach langer Suche keine Damenjacke mit guter Belüftung und herausnehmbarer Membran finden. Generell scheinen Frauenjacken eher als modisches Stück Stoff und grundsätzlich zu kurz oder als Kartoffelsack konzipiert zu sein. Notgedrungen musste Stefanie auf das Männermodell (wie es auch Lukas trägt) zurückgreifen (Hakuna Matata - gilt stets als modern!) . Glücklicherweise war die Jacke zufällig krass reduziert und somit ein echtes Schnäppchen.

Ein Ausnahme haben wir noch: Da, wo es besonders heiß ist und besonders langsam voran geht, wird die Jacke durch ein leichtes MX-Jersey ersetzt. Dieses bietet keinerlei Abriebsfestigkeit, ist aber in Kombination mit der Protektorenjacke durchaus geländetauglich. Die Abriebsfestigkeit kommt in erster Linie auf Asphalt zu tragen, wo wir auch bei hohen Temperaturen brav unsere Textiljacken tragen wollen.

  • Regenjacke

Als Wind und Wetterschutz kommt oben drüber noch eine knallgelbe (weil gut erkennbare) Regenjacke.

 

Membran-Kleidung - Die Glaubensfrage

Hier unsere eigene subjektive Einschätzung:

Unsere Jacken und Hosen haben herausnehmbare Membranschichten, die wir nicht mit auf unsere Reise nehmen werden. Das Problem bei dieser Konstellation ist, dass der Mensch im Inneren zwar trocken bleibt, aber die Kleidung an sich nass und schwer wird, was zur Folge hat, dass sie nicht mehr ordentlich wärmt. Wer nach einer regnerischen Nacht im Zelt schon mal eine klatschnasse kalte Jacke angezogen hat, wird wissen, wovon wir reden. Dann gibt es noch außenliegende Membrane, die von diesem Effekt befreit, aber im Gegenzug meist auch weniger gut belüftetet sind. Als dritte im Bunde kommt dann noch die wirklich tolle aber auch extrem teure Variante mit luftiger Innen- und wasserdichter Außenjacke hinzu. Die Kombination von Jacke und Hose schlägt hier aber auch schnell mal mit dem Preis einer guten gebrauchten Enduro zu Buche und kam somit für uns nicht infrage. So kamen wir wieder zur klassischen Low-Budget-Lösung mit luftig-schützender Kleidung in Kombination mit wetterfester Regenkleidung, die bei Bedarf einfach übergezogen wird.

 

Handschuhe

  • Unterziehhandschuhe (auch ohne Moto angenehm wenn's draußen kalt ist)
  • Luftige Endurohandschuhe aus Leder (Mit Knöchelprotektoren und viel schützender Abriebsfläche)
  • Wasserdichte Membranhandschuhe aus Leder mit etwas Thermo-Futter (Hier funktioniert die Membran tatsächlich super und falls sie doch irgendwann nachlassen sollte,  gibt es immer noch extra große Spülhandschuhe - vermutlich weltweit erhältlich)
  • Falls es doch mal wirklich kalt werden sollte, haben wir noch Griffheizungen montiert (übrigens auch angenehm wenn's regnet)

 

Untenrum - Auch hier wieder Zwiebelprinzip:

  • Lange Unterhose bei Bedarf (auch Merino)
  • "Wolken-Hose" bei Bedarf wenn's kalt ist
  • Abriebfeste Textilhose mit Hüft- und Knieprotektoren und guter Belüftung
  • Regenhose zum Überziehen

 

Ganz unten

Weil nasse Füße echt sehr, sehr unangenehm sein können, haben wir uns Endurostiefel mit wasserdichter Klimamembran zugelegt. Wichtig ist uns, dass die Füße immer trocken bleiben und die Schuhe einen guten Schutz gegen Bodenkontakt, Asphalt und Umknicken bieten. Damit es schön warm ist, kommen bei Bedarf Thermosohlen rein und auch unsere Socken sind aus Merinowolle. Snowboardsocken eignen sich hier prima. Leider entfällt dadurch der Vorteil stinkender Socken als Einbruchschutz am Zelteingang und wir müssen uns was anderes ausdenken...