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Das Zelt - unser Zuhause

 

Wie so oft hat es sich erst kürzlich wieder bewahrheitet: Lieber draußen in der Natur in den eigenen vier (Zelt-)Wänden nächtigen als im madig-schimmligen Pseudoluxus-Hotelzimmer. Doch das trifft leider nicht immer zu und ist auch nicht immer so leicht möglich...

 

 

Zelten kann toll sein, solange das Wetter stimmt und ein Platz fern ab von Straßen und unliebsamen Besuchern gefunden wurde. Wenn das dann auch über Nacht so bleibt und das gute Bauchgefühl, welches immer auch ein Hauptkriterium bei der Platzwahl sein sollte, stimmt, dann steht einer gemütlichen Nacht nichts mehr im Wege. 

Soweit zur Theorie...

Ein Zelt ist immer auch ein Kompromiss aus Packmaß, Gewicht, Größe und Stabilität. Nicht zuletzt auch der Preis spielt eine Rolle, aber betrachtet man Nutzungsdauer und Anforderungen an diesen Ausrüstungsgegenstand, sollte jedem klar sein, dass übertriebene Sparsamkeit hier zu unschönen Erlebnissen führen kann. Ein Eigenheim für ein paar hundert Euro? Ja, das geht! :)

 

Die Qual der Wahl

 

Gar nicht so einfach, bei all den unterschiedlichen Herstellern und Bauformen den Überblick zu behalten und wie überall gehen auch beim Thema "Zelt" die Meinungen weit auseinander.

Als wir uns die Frage gestellt haben, was für ein Zelt uns auf unserer Reise begleiten soll, spazierten wir einfach mal über die Zeltwiese eines Motorradreisetreffens und befragten stolze Zeltbesitzer nach den Vorzügen ihrer Behausungen. Das war äußerst spannend, denn ausnahmslos JEDER hatte DAS BESTE ZELT für die Reise und mancher legte echtes Verkaufstalent an den Tag. Da war beispielsweise das preisbewusste Wurfzelt vom Discounter, welches innen schwarz beschichtet ist und somit Ausschlaf-Orgien bis in die Mittagsstunden garantiert, ultraleichte Sommerzelte, die in Patagonien vermutlich schnell zum Windbeutel werden und solche, in denen das geliebte Motorrad gleich im Schlafzimmer wohnen kann. Ja, sogar Indianatippis wurden angepriesen und diese seien in Kombination mit einem Miniaturholzofen dann auch uneingeschränkt wintertauglich...

 

 

Hier ein paar Einblicke in unsere Zelthistorie

Das Tunnelzelt

So ein Tunnelzelt ist eine super Sache. Jede Menge Platz und ein großer Vorraum, der es sogar ermöglicht, bei Regen darin zu kochen. Leider sind die Dinger nicht unbedingt die windstabilsten und müssen penibel abgespannt werden, was beispielsweise im Sand oder auf Steinboden zur echten Herausforderung werden kann. Somit wurde das altgediente Tunnelzelt zum Festivalzelt degradiert und ein neues gesucht.

Das Expeditionszelt

Vor einigen Jahren ist uns dann im Ausverkauf ein knallrotes Hightech-Expeditionszelt aus Finnland zugelaufen. Vermutlich so ziemlich das beste Zelt, das es zu kaufen gibt, allerdings leider viel zu klein für zwei Personen mit Motorradkleidung, Taschen etc. :( Noch dazu war es schlecht belüftet und wurde selbst bei unter 15 °C schnell zur Dampfsauna. Glücklicherweise konnten wir es wieder veräußern und in unsere aktuelle Behausung reinvestieren:

Unser Zelt

Pünktlich zu unserer Norwegentour kam es an und wurde prompt drei Wochen lang getestet und für gut befunden. Lediglich ein paar undichte Stellen (exponierte Nähte) haben dem Dauerregen nachgegeben und wurden von uns mit Nahtdichter behandelt. Der deutsche Hersteller bot uns zwar an, das Zelt bei ihm einzuschicken, aber wir vermuten einen Konstruktions- und keinen Herstellungsfehler und bekamen auf Nachfrage etwas Nahtdichter zum Selbstabdichten zugeschickt. Alles in allem entspricht das Häuschen unseren Vorstellungen. Es ist selbststehend, hat zwei Eingänge, ist gut belüftet und ausreichend geräumig. Um den Vorraum zu erweitern, uns vor Regen und Sonne schützen zu können und weil eine Plane immer irgendwie sinnvoll ist, gönnten wir uns den Luxus eines kleinen Tarps. In Summe landen wir mit Zelt, Footprint und Tarp mit Stangen irgendwo bei 5-6 kg. Sicher kein Leichtgewicht, aber wie oben bereits beschrieben: unser Zuhause für längere Zeit. :)

 

P.S. : Aus Angst vor Schröpfung unserer Reisekasse durch skrupellose Pedanten haben wir beschlossen, wo es geht keine Markennamen zu nennen um nicht irgendwie doch Schleichwerbung für irgendwen zu machen. Schreibt uns einfach kurz an, wenn euch etwas näher interessiert oder ihr einen Hersteller genannt haben wollt!


Schlafsäcke, Isomatten, Sonstiges...

 

Bisher hatten wir zwei einzelne selbstaufblasbare Ultraleichtmatten. Die sind allerdings recht unbequem und haben eine unromantische Lücke in der Mitte. Deshalb haben wir uns eine etwas dickere Doppelmatte von einem bekannten schweizer Hersteller gegönnt. Lustigerweise ist die dann gar nicht nennenswert schwerer als die einzelnen Matten. Ansonsten haben wir koppelbare Kunstfaserschlafsäcke mit Seideninletts und wenn's kälter werden sollte, noch spezielle Thermoinletts. Da wir beide keinen Bock mehr auf die allmorgendliche Genickstarre haben und die Motorradjacke halt nach wie vor eine Motorradjacke und noch lange kein Kopfkissen ist, haben wir uns aufblasbare Kissen zugelegt. Kein Vergleich zu früher (Sorry liebe Jacken!).

 

Was uns bei allem Luxus tatsächlich nicht ins Gepäck kommt, sind Campingtische und Stühle. Vermutlich machen wir uns grade ziemlich unbeliebt, aber es ist immer wieder lustig anzusehen, wie einige Reisende ständig Unsummen in noch leichtere Gegenstände investieren oder heroisch sogar auf die zweite Unterhose verzichten, dann aber abends den Klappstuhl und den dazugehörigen Tisch ausgraben. Klar sind die Dinger leicht und klein, aber wenn's drauf ankommt, muss jeder selbst wissen, ob es das wert war, die zweite Unterbuxe zu Hause zu lassen.

 

Übrigens: Auf dem Boden zu sitzen ist toll und erdet ungemein. Außerdem hält es fit und gelenkig. ;-)