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Fragen über Fragen

 

Stellt euch vor, ein Virus hält die Welt in Atem, noch niemals erprobte Maßnahmen werden ergriffen, Grenzen schließen und das öffentliche Leben scheint für eine Weile nicht mehr zu existieren... Und nun stellt euch vor, ihr hört jeden Tag davon, doch bekommt davon rein gar nichts mit. Ihr zeltet im Wald, genießt die Natur, geht baden im Fluss und euer Zeltnachbar begrüßt euch mit freudigem „Wie geht’s? Schönes Wetter heute, oder?“.

 

So oder so ähnlich erging es uns, als wir vor einigen Tagen auf dem kleinen Campingplatz an den Ichetucknee Springs ankamen. Obwohl hier die Panik um das Virus scheinbar nach wie vor nicht angekommen ist, war uns schon bei unserer Ankunft klar, dass wir unsere Reise, so wie wir sie einst geplant hatten, nicht mehr fortsetzen können werden...

 

Unsere kanadischen Freunde, die den Winter über in Arizona leben, rieten uns dringend dazu, die USA zu verlassen, da sie weder dem Gesundheitssystem, noch der Regierung zutrauen, mit der Angelegenheit fertig zu werden.

 

Zwar überlegten wir noch kurz, ob wir nach Kanada flüchten sollen und eruierten verschiedene Vorgehensweisen, aber gaben diesen Plan auf, da wir die Grenze wohl nicht rechtzeitig erreicht hätten – und tatsächlich: Schon heute wären wir nicht mehr reingekommen: Die kanadische Grenze ist für Nicht-Kanadier dicht.

 

Schweren Herzens entschieden wir am 15. März, zunächst den Rücktransport unserer Motorräder und anschließend auch unsere Rückreise in die Wege zu leiten. Aus praktischen Gründen beschäftigten wir uns zunächst nur mit dem Motorradtransport; wenn irgendwie möglich, hätten wir die Motorräder einfach gerne wieder in Deutschland. Noch einmal hierher zu fliegen, um sie dann zu holen... Hmmm... Das würden wir gerne, wenn es geht, vermeiden.

 

Wir planen in den nächsten Tagen, die Motorräder in Brunswick am Hafen abzugeben und versuchen dann, einen Rückflug zu bekommen.

Diesen Artikel halten wir bewusst kurz, damit ihr einfach wisst, dass es uns gut geht und wir uns mit Möglichkeiten beschäftigen, zurückzukommen. Unser guter Freund Rüdiger, den wir in La Bufadora in Mexiko kennengelernt haben, informiert uns täglich über alle Wichtigkeiten und Änderungen, die eine Auswirkung auf uns haben könnten. Dafür sind wir ihm unendlich dankbar und er hat unser Vorankommen enorm beschleunigt. Da er seinen Landrover erst im Januar von Brunswick nach Deutschland verschifft hat, ist er in diesem Bereich Experte und erlebt durch unsere Geschichte gerade ein Déjà-vu.

 

Hier noch ein paar unbeschwerte Fotos vom Blue Hole, einer ziemlich frischen und sehr leuchtend blauen Quelle mit glasklarem Wasser. So unbekümmert ging es noch vorgestern bei uns vonstatten.

 

Ein Update gibt es sobald es uns möglich ist. Wichtig ist uns nur, dass ihr wisst, dass es uns gut geht und wir die Einreise nach Deutschland planen. Und wer jetzt meint "Wieso denn das? Hier herrscht Chaos, bleibt doch lieber, wo ihr seid!" dem sei angeraten, die unser momentanes Reiseland betreffenden Nachrichten zu schauen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Aisch (Dienstag, 17 März 2020 09:11)

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin gespannt wohin eure Reise hinführt nachdem ihr hier wieder gelandet seid ;) Schön ironisch das Bild mit dem Corona Bier :)

    Grüße aus der Provinz Verden an der Aller

    ayse

  • #2

    Rosie & Jochen (Dienstag, 17 März 2020 12:51)

    wie sagte schon John Lennon so schön: " LEBEN IST DAS , WAS PASSIERT WÄHREND DU DABEI BIST EIFRIG PLÄNE ZU MACHEN ".

    Ihr handelt klug , alles Gute für Euch und gute Heimfahrt

    wünschen Euch beiden Stefanie & Lukas

    herzlichst

    die DAHEIMGEBLIEBENEN

  • #3

    Joanna & Colin from Ichetucknee Campground (Dienstag, 17 März 2020 20:20)

    Hey guys!
    I just got the chance to translate this post and get an update on where you are! It was great to meet you and I've been thinking about you a lot! I hope you have smooth sailing from here on out.
    It looks like there might be a "shelter in place" announcement coming soon, not really sure!
    Our offer still stands for you here in Asheville, NC if we can help in anyway!
    Safe travels and best of luck to you!
    Joanna & Colin

  • #4

    Helga u. Horst (Mittwoch, 18 März 2020 00:13)

    Hallo, Stefanie und Lukas.
    Ihr habt schon so viel erlebt und viele Abenteuer überstanden, seid zusammen durch
    dick und dünn gegangen ( gefahren ) , hattet eine wunderschöne Zeit.
    Jetzt das - CORONA - alles aus.
    Eure Reise wird euch dennoch als etwas ganz Besonderes in Erinnerung bleiben.
    So wie wir euch kennen, ist nach einer Reise - vor einer Reise.
    Ihr habt euch richtig entschieden, denn es gibt keinen anderen Weg zur Zeit.
    Wir drücken euch die Daumen, dass alles klappt und wünschen euch eine gute Heimfahrt.
    Seid beschützt O. u. O.