· 

Lieblingsausrüstung

Wenn man, so wie wir, auf eine längere Reise geht, befasst man sich in der Regel im Vorfeld damit, was man auf dieser Reise an Ausrüstungsgegenständen gebrauchen könnte. Zwar gibt es Dinge, die man ohne Probleme auch erst unterwegs erwerben kann, allerdings haben wir für uns beschlossen, Vieles im Vorfeld zu Hause schon auf Tauglichkeit zu überprüfen und dann erst zu entscheiden, ob dieser oder jeder Gegenstand für uns auf der Reise infrage kommt.

 

Unser Ziel war außerdem schon zu Beginn, möglichst wenig neu zu kaufen, auf Vorhandenes zurückzugreifen und dieses auf der Reise weiter zu verwenden. Manches jedoch, vor allem manche Kleidungsstücke, mussten wir allerdings neu kaufen, weil wir einfach wussten, dass wir nicht allzu viel Platz für Kleidung haben werden und zum Beispiel jeder von uns mit seiner einzigen Fleecejacke auskommen muss. In Kanada stellten wir fest, als wir vor der Entscheidung standen, unsere Schlafsäcke wegen mangelnder Kältefestigkeit zurück nach Deutschland zu schicken, dass das nicht so leicht möglich ist, weil das Paket über 100 kanadische Dollar gekostet hätte. Hier hatten wir das Glück, die Schlafsäcke vor Ort verkaufen zu können. Was wir nämlich nicht wollten, ist, Sachen, die noch gut genug waren, uns aber auf der Reise doch nicht als dienlich herausstellten, in die Mülltonne zu werfen. Das kam für uns aus Gründen der Nachhaltigkeit überhaupt nicht in die Tüte!

 

Immer wieder sprachen wir darüber, was denn wohl unsere Top Ten der besten Ausrüstungsgegenstände wäre. Die Gewichtung hat sich hierbei immer wieder etwas geändert, abhängig von Temperatur und momentanem Aufenthaltsort beziehungsweise gegenwärtigem Empfinden, deswegen folgt die Aufzählung ohne Gewichtung, das heißt, dass der zuerst genannte Gegenstand nicht unbedingt wichtiger ist als der zuletzt genannte. (Der letzte ist nicht einmal ein Gegenstand! ;-)

 

Definitiv fester Bestandteil unserer Top Ten ist unser Benzinkocher (siehe links). Wir kochen nämlich beide ausgesprochen gerne und oft, sodass der Benzinkocher mindestens zweimal, eher dreimal pro Tag angeworfen wird. Bisher hat er immer zuverlässig funktioniert, benötigt aber hin und wieder etwas Wartung, die man aber selbst in etwa einer halben Stunde erledigen kann. Dank unseres Ersatzkanisters, der an Lukas' Motorrad angebracht ist, haben wir auch immer etwas Nachschub an Brennstoff dabei. Ein Gaskocher wäre für uns keine Option gewesen, weil man das Gas nicht überall kaufen kann und die üblichen Einweggaskartuschen unnötigen Müll produzieren.

 

Auf unserer Probetour vor der Abreise hatten wir sie zu Hause gelassen und schmerzlich vermisst: die Kaffeekanne (siehe oben). Das morgendliche Kaffee kochen gehört bei uns im Alltag fest dazu und auf Reisen hatten wir zunächst vor, den Kaffee mit heißem Wasser durch einen Filter laufen zu lassen. Als wir aber in Freiburg auf dem Campingplatz Fahrrad Reisende, die mit ja noch weniger als wir unterwegs sind, beim morgendlichen Kaffeekochen beobachteten (und vom unverkennbaren Kaffee-ist-fertig-Geräusch geweckt wurden), beschlossen wir, uns ein kleineres Modell unserer schon vorhandenen Kaffeekanne zuzulegen, dass uns auf dieser Reise begleitet. Dass sich das Ganze nicht als Fehler herausgestellt hat und wir uns täglich über unser kleines Kännchen freuen, dürfte dem aufmerksamen Betrachter unserer Bilder nicht entgangen sein. ;-)

 

Ebenfalls hoch im Kurs ist bei uns unsere aufblasbare Luftmatratze, die man bis -18° komfortabel verwenden kann (d.h. man kühlt nicht von unten aus) und die für zwei Personen ausgelegt ist. Man hat das Gefühl, in einem richtigen Bett zu liegen und ist am nächsten Morgen nicht geplagt durch etwaige Druckstellen einer zu dünnen Isomatte. Unser Luxus ist das ebenfalls bei der gleichen Firma erhältliche Bettlaken, dass man über die Matte zieht und dafür sorgt, dass man nicht von dieser herunterrutscht und die das Bettgefühl noch mehr verstärkt.

 

Auch unsere neuen in Kanada erworbenen Schlafsäcke mit deutlich besserer Wärmeleistung und die schon vorhandenen aufblasbaren Kissen sorgen für einen ruhigen und entspannenden Schlaf. Klar gibt es Reisende, die hier Abstriche machen und zum Beispiel einen Kleiderstapel als Kopfkissen benutzen, aber wir haben gemerkt, dass unsere Nacken uns am Morgen für das komfortable Betten der Köpfe auf Kissen dankbar sind.

 

Ebenfalls austauschen mussten wir unsere Regenhosen, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Wir stellten fest, dass diese im hartnäckigen kanadischen Regen doch mit der Zeit durchnässen und das Fahren im Regen daher ausgesprochen unkomfortabel wird. Die neuen Regenhosen haben eine hochwertige Membran, sind aus etwas dickerem Material und nässen selbst bei starkem und andauernden Regen nicht durch. Außerdem tragen wir sie an kalten Fahrtagen, wo sie sich auch als festen Bestandteil der Ausrüstung manifestiert haben.

 

Kalte Fahrtage gab es bislang auf dieser Reise doch durchaus nicht wenige. Einen gewissen Komfort bietet da die schon vor der Reise an beiden Motorrädern installierte Griffheizung, die man in mehreren Wärmestufen einstellen kann. Wir haben festgestellt, dass es bei Kälte absolut wichtig ist, wenigstens halbwegs warme Hände zu haben, um im Gefahrenfall schnell reagieren zu können. Damit die Griffheizung nicht versehentlich im Stand die Batterie leersaugt haben wir sie, genau wie unsere USB-Steckdose auch,  über ein separat abgesichertes Relais geschaltet. Sie funktioniert also nur bei eingeschalteter Zündung und selbst wenn mal wieder neugierige Kinderhände alle Knöpfe ausprobieren, können wir die Motoren am nächsten Morgen noch problemlos starten.

 

Durch einen unglücklichen Zwischenfall war Stefanie vor der Reise noch gezwungen, sich einen neuen Motorradhelm zu kaufen. Das Ganze war aber nicht weiter schlimm, war doch ihr Helm, den sie vor der Reise hatte, nicht der beste und auch das Visier schloss nicht hundertprozentig dicht, sodass es immer zu einem unangenehmen Luftzug um die Augen kam. Als sie in einem Motorradladen ihren, wie sie damals noch nicht wusste, neuen Helm anprobierte, verliebte sich auch Lukas sofort in das gleiche Modell, so dass wir uns beide etwa vier Wochen vor der Abreise noch neue Motorradhelme zugelegt haben. Wir sind absolut zufrieden mit unseren neuen Helmen und würden sie keinen Moment missen wollen. Die Passform ist ideal, sie sind absolut durchdacht und tragen sich sehr komfortabel.

 

Damit wir uns während der Fahrt unterhalten, etwas besprechen oder planen oder uns im Falle einer Gefahr sogar gegenseitig warnen können, haben wir uns ein Helmkommunikationssystem zugelegt, das man per USB laden kann. Die Reichweite hält sich zwar in Grenzen, wir sind aber mit unserer Modell mehr als zufrieden. Auf längeren Strecken kann man damit unterschiedliche oder die gleiche Musik hören (allerdings entscheidet das System manchmal selbst, was es hören möchte. ;-)

 

Da Lukas' Laptop altersbedingt schwächelt, er zu groß und zu schwer ist und Stefanies Gerät arbeitsbedingt besser zu Hause bleiben sollte, haben wir uns nach einem kleinen gebrauchten Computer umgesehen, der nicht allzu viel Platz wegnimmt und der für das Pflegen der Homepage und für wichtige Aufgaben angenehmer als ein kleines Smartphone ist. Unsere Freunde Uta und Rossi (Link siehe unter der Rubrik "Reisefreunde") empfahlen uns ein generalüberholtes 13-Zoll-Gerät für angemessenes Geld, mit dem wir absolut zufrieden sind; die Akkulaufzeit ist überirdisch, genau das richtige Gerät für eine Reise wie unsere!

 

Unsere Barfußschuhe würden wir nicht mehr hergeben, niemals; so nicht und auf der Reise schon gar nicht. Sie nehmen kaum Platz weg, weil sie auf Dämpfung und (für uns) unnötige Zwischensohlen und Plastikansammlungen verzichten. Die in den Motorradstiefeln doch eher unbewegt gehaltenen Füße werden nach dem Fahren wieder ordentlich durchgewalkt. Da die Schuhe, im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen, der natürlichen Form des Fußes angepasst sind, können sich die Füße frei entfalten. Für uns sind Barfußschuhe als Freizeitschuhe daher nicht mehr wegzudenken.

 

Eine Facette unserer verspielten Seite bietet unser mitreisender Elefant. Sobald das Bett hergerichtet wird, kommt auch er zum Vorschein. Erst, wenn der Elefant ausgepackt wird, haben wir ein gemütliches Zuhause. Zunächst reiste er als Gag bei Lupo- und Busausfahrten mit, doch nun ist er selbst auf der platzbeschränkten Motorradreise unverzichtbar.

 

Gar nicht so übel sind auch unsere selbst gebastelten Sandalen, die wir aus je einem Set Schuhreparatursohlen und jeweils zwei Schnürsenkeln gebastelt haben. Sie nehmen nur minimal Platz weg, sind bequem und viel nützlicher als Flip-Flops, die nicht fest am Fuß sitzen. Rechts im Bild seht ihr die Variante für kühlere Tage (oder die nächste "Bad-Taste-Party") und links seht ihr ein Paar Schuh-Socken: quasi Socken, allerdings unterwärts mit Sohle bezogen, sodass man den Komfort einer Socke, aber den Schutz dünner Schuhe hat (nicht selbstgebastelt).


Wie bereits in den Ausrüstungskapiteln erwähnt, wollen wir auch hier keine Markennamen nennen. Alle hier genannten Gegenstände wurden ohne Sponsoring von uns erworben. Wer Genaueres zu einem Gegenstand oder Hersteller bzw. Modellbezeichnungen wissen möchte, darf sich gerne an uns wenden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Honda4Ever (Donnerstag, 05 Dezember 2019 21:30)

    ....da habt Ihr ja schon eine tolle Ausrüstung, eindrucksvoll wie das alles auf die kleinen Motos passt.
    Was jetzt noch fehlt ist die super Maxbox App von Euren Schweizer Freunden aus Campo 7,
    da geht Ihr nicht verloren;-)

    Wir wünschen Euch eine besinnliche Adventszeit, soweit diese zwischen riesigen Kakteen aufkommen kann.

    Wie ist das eigentlich vor Weihnachten in Mexiko? Würde hier im kalten Deutschland viele interessieren.


    K




  • #2

    Christiane (Donnerstag, 05 Dezember 2019 22:45)

    ....so, jetzt schreib ich auch mal wieder was, nicht das ihr denkt, ich lese eure Berichte nicht mehr....mitichten :-)
    ...es ist doch interessant wie Gegenstände, die nicht unbedingt spektakulär sind, doch so bedeutsam werden können. Es kommt eben wirklich auf Situation und andere verschiedene Faktoren an.
    Ich wünsche euch eine gute Weiterreise mit ganz vielen tollen Erlebnissen und Begegnungen...
    In Gedanken sind wir ganz viel bei euch...bagels sind uns übrigens bekannt ;-)