· 

In Québec, um Québec und um Québec herum

Nach Edmundston zogen wir weiter in Richtung der Stadt Québec, um uns ebendiese anzusehen und uns zu diesem Zwecke an einem stadtnahen Campingplatz niederzulassen – jedenfalls dachten wir das. Wir fanden einen netten kleinen Campingplatz, richteten uns ein und beschlossen, am Folgetag „mal eben schnell“ mit dem Bus nach Québec reinzufahren... Und hier geschah der Denkfehler, der zwar nicht folgenreich war, keine Sorge, aber mitunter lustig für uns Landeier, die wir sind: Wir hatten nämlich die Lage des Campingplatzes nach folgendem Kriterium ausgewählt: Sehr stadtnah ist sehr teuer (wussten wir), deswegen nahmen wir den Campingplatz auf der anderen Seite des Flussufers (wie der Karte zu entnehmen war), befanden den Platz für seine Entfernung in Fußreichweite (ebenfalls der Karte flüchtig entnommen) und beglückwünschten uns insgeheim für diese guten Gedankengänge.

 Am eigentlichen Ausflugtag stellte sich aber heraus, dass die Stadt und die Orte darum herum seeeehr groß, seeeehr weitreichend und seeeehr lang mit dem Bus durchfahren werden mussten, bis wir die Fähre nehmen konnten (auch das nahm viel Zeit in Anspruch) und endlich in Québec ankamen. Letztendlich waren wir bestimmt zwei Stunden vom Zelt bis zur Stadt an sich unterwegs. Was lernt man daraus? - Nichts, so ist das Leben! Nächstes Mal werden wir sicherlich genauer prüfen, wie lange der Weg bis zum ausgesuchten Tagesziel als Tourist (in diesem Fall) ist, aber wirklich schlimm fanden wir es nicht, zumal wir beide durchweg interessiert aus dem Fenster des Busses sahen und die kurze Fährfahrten ebenfalls genossen. Alles halb so wild. :)

Was uns eher überraschte, ist, dass Québec eine unglaublich charmante und wunderschöne Stadt mit französischem Flair ist! Die liebevolle, detaillierte Gestaltung zeichnete sich in der Altstadt in jedem einzelnen Gebäude ab, von denen die meisten in schönen Farben gestrichen und mit vielen Einzelheiten verziert sind... Aber seht selbst!

 

 

Noch ein unerwartetes Highlight stellte übrigens die Fahrt von Edmundston nach Québec dar. Kurvig und unerwartet hüglig schlängelte sich die Straße zunächst ca. 100 km über die Appalachen (wie wir später herausfanden), um dann mit grandioser Aussicht am Sankt-Lorenz-Strom zu enden. Hier konnten wir die kurz vorher in den Bergen eilig angezogenen Regensachen schnell wieder ausziehen, da sich mit der Landschaft auch das Wetter schlagartig geändert hat. Eine wunderschöne Küstenstraße führte fast immer am Wasser entlang und war trotz einiger Ortschaften zügig zu befahren. Von den im Strom lebenden Belugawalen wollte sich uns aber leider keiner zeigen.

 

Mittlerweile sind wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Montréal, von welchem aus wir gerade diesen Beitrag schreiben. Montréal selbst werden wir leider auslassen müssen, wir freuen uns aber schon sehr auf Ottawa, wohin wir von zwei sehr netten Menschen eingeladen wurden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Uwe aus Gö (Freitag, 16 August 2019 10:16)

    Toller Bericht-Tolle Bilder :-)

  • #2

    Christiane (Freitag, 16 August 2019 16:08)

    ...da kann ich mich nur anschließen, wie immer wunderbar zu lesen....ein bischen Neid kommt da auch mal auf�...den letzten Bericht fand ich auch sehr amüsant. Danke für eure Mühe�

  • #3

    Michael (Samstag, 17 August 2019 10:21)

    ....good Morning Ottawa, Hauptstadt Kanadas.
    In Quebec wart Ihr ja mal als ganz normale Touris unterwegs im Freizeitdress bei schönstem Wetter, ist dann auch mal eine Abwechslung. Campingplatz nahe sehenswerter Großstadt und
    dann mit dem Bus in die City haben wir auch immer gemacht, bei unseren großen Europa-
    Campingtouren mit dem goldenen CIVIC in den 2000ern, da wir nach Nine-Eleven ein paar Jahre nicht geflogen sind.
    Danke für die Bilder "On the Road", das hat schon was von Easy Raider, dem Kultfilm mit der
    Motorradfahrer Hymne `Born to be Wild`, das auf keinem Motorradtreffen fehlen durfte.
    # Get your motor running`
    # Head out on the highway
    # Looking for adventure
    # And whatever comes our way....
    ....uff, besser grad mein Englisch auf. Das ist 50 Jahre her, genau wie Woodstock. In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und wünsch weiterhin eine Pannen- und Unfallfreie Fahrt.
    LOVE and PEACE Michael
    ...wie ich gerade gelesen habe ist einer der Easy Raider Stars in der Nacht gestorben.
    RIP Peter Fonda 1940-2019

  • #4

    Helga und Horst (Samstag, 17 August 2019 13:28)

    Es ist immer schön was Neues von Euch zu hören,
    es liest sich wie ein Abenteuerroman. Wir freuen uns,
    dass es Euch gut geht und sind sehr gespannt auf die
    nächsten Folgen. Bleibt gesund und munter.
    Liebe Grüsse O u. O.

  • #5

    Michael (Samstag, 17 August 2019 20:29)

    Easy Rider..... So ist es richtig. Das "a" hat mir wohl die Rechtschreibkorrektur untergeschummelt.

  • #6

    StraymotoLukas (Sonntag, 18 August 2019 05:36)

    Easy Rider haben wir tatsächlich kurz vor Reisebeginn angeschaut. Immer wieder ein toller und wunderbar ruhiger Film, fernab der vielen schnellen Schnitte und Szenenwechsel heutiger Hollywoodfilme.

    Wie unglaublich anstrengend und einschläfernd es aber ist, immer nur geradeaus zu fahren lässt sich im Film schwer erkennen. Zum Glück können wir uns via Funk unterhalten und so die Endlose Weite etwas mit Leben füllen...

    Jetzt sind es nur noch 4500km bis nach Vancouver - also nicht mal so weit wie von Paris nach Dakar ;-)

  • #7

    Michael (Sonntag, 18 August 2019 18:18)

    ....das Film und Realität auseinander gehen ist klar. In dem Outfit konnte man vor 40 Jahren wohl noch, über den damals offen Marktplatz in Einbeck fahren, aber das wars dann auch. Helmpflicht ??? ....zu Easy Rider Zeiten unvorstellbar.
    Auch werdet Ihr Euer Geld nicht in einem Plastikschlauch im Tank versteck haben, oder doch??? ....sucht Euch ein anderes Versteck ;-)