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Hey there Canada! Pleasure to meet you!

Hallo lieber Leser, liebe Leserin!

Komisch ist es ja schon, was schon alles auf dieser Homepage zu finden ist, obwohl wir noch gar nicht wirklich unterwegs sind. Dieser Betrag ist der erste, den wir tatsächlich auf der Reise mit neuem, unentdeckten Boden unter den Füßen (oder unter der Hintern, schließlich sitzen wir gerade beide ;-) schreiben.

 

Die letzten Tage in Deutschland nach Verlassen der Ferienwohnung verbrachten wir in dem Ort in Norddeutschland, in dem Lukas aufgewachsen ist. Dort kamen wir mit der letzten Ladung unserer Sachen mit unserem roten Großraumtransporter, dem Lupo, an, der selbst noch zwei Rennräder fasste (zu weiteren Lobeshymnen auf den Lupo siehe hier). Nach einigem Hin und Her und ziemlichem Herumgeräume der letzten Dinge konnten wir bei Lukas' Vater Stefan alles so gut verstauen, dass die Sachen so für ein Jahr stehen und auf uns warten können. Den Lupo brachten wir zu Lukas' Onkel und dessen Frau (Hallo M. und S. aus S.! :-), bauten die Batterie aus und deckten ihn zu, damit er für ein Jahr einen Dornröschenschlaf in einer geräumigen Scheune halten kann.

 

Am Mittwoch, den 31.07. fuhren wir dann final mit Stefan zusammen nach Frankfurt und verbrachten den letzten Abend dort gemeinsam. Am nächsten Tag, am besagten, lang herbei gesehnten und mittlerweile auch irgendwie gefürchteten, legendären ERSTEN AUGUST ZWEITAUSENDNEUNZEHN fuhr uns Stefan zum Flughafen, begleitete uns dort noch ein wenig (siehe Bild mit vier tonnenschweren Gepäckstücken ...) und dann ging es los: Die straymotocats alleine am Flughafen. Es wurde noch der eine oder andere Aufregungskuchen verdrückt und viele Aufregungstoilettengänge später saßen wir endlich an Bord unseres Flugzeugs. Da wir beide das Fliegen so gut es geht vermeiden möchten, war dieser Flug für uns beide von außerordentlicher Besonderheit: Es wurde geaaaht und geoooht, es gab viel "Schau mal hier!" und "Sieh mal da!", der Fensterplatz erfreute sich besonderer Beliebtheit und die Kameras sind voll von Wolkenbildern. Nach sechs unendlich langen Stunden der Aufregung (und damit zusammenhängendem Herumgehampel auf den Sitzen - irgendwie schien niemand so begeistert wie wir, die meisten Leute hatten sogar die Sonnenblende ihrer Fenster herunterzogen (?) flogen wir schließlich über Neufundland (Schau mal!!!! Ich seh nichts!! Weg da!! Wo ist die Kamera??? Eeeek!!) und waren erst einmal geplättet von der Aussicht: Kanada auf den ersten Eindruck in drei Worten: Bäume. Seen. Leere. --> Wahnsinn, oder?? So klischeemäßig leer und bewaldet hatten wir uns das dann doch nicht vorgestellt, schon gar nicht im Südosten.

 

Vom Flughafen aus fuhren wir mit der freundlichen Hilfe vieler sehr aufmerksamer Kanadier in die Innenstadt, organisierten uns ein Taxi zum Zimmer (das alles lief viel verworrener ab, aber ich versuche, mich kurz zu fassen, da ich euch ja nicht mit der Langweilerfassung zweier Landeier in der Stadt langweilen will :D Nur so viel: schwül. schwer. müde Bett schlafen.) und schliefen dort erstmal den Schlaf des gerechten Reisenden. So ganz war es noch nicht bei uns angekommen, dass wir auf einem neuen, uns unbekannten Kontinent angekommen waren.

 

Am nächsten Tag versuchten wir uns nach einem kargen Frühstück in die Stadt vorzuarbeiten, um drei wichtige Schritte in folgender Reihenfolge zu gehen, um endlich unsere begehrten straymotoMotos wiederzuerlangen:

1. In Downtown müssen wir als Erstes zur Spedition um irgendeinen Zettel abzuholen, den der Zoll benötigt.

2. Der Zoll (am anderen Ende von Halifax) muss die Frachtpapiere unterzeichnen.

3. Als Letztes (wieder am komplett anderen Ende von Halifax) können wir dann endliche die Motorräder vom Hafen abholen.

 

Soweit die Theorie...

 

Wir stellten ziemlich schnell fest, dass der Omnibus wohl eher nicht des Kanadier liebstes Gefährt ist und gaben es bald auf, mit dem Bus zu Punkt 1 fahren zu wollen. Obwohl wir gut zu Fuß sind, merkten wir schnell, dass wir es nicht reichtzeitig schaffen würden, die Motorräder aus Punkt 3 zu holen, weil es Freitagmittag war. Also hatten wir gar keine andere Möglichkeit, als uns immer wieder ein Taxi zu nehmen und uns zwischen den oben aufgeführten Orten - ehrlich gesagt - herumfahren zu lassen. Nach einigen Hürden und per Telefonat beschafften Zetteln aus Deutschland von der Spedition und einer Nachbezahlung für die Hafengebühr (Genaueres auf Anfrage - wenn du auch so eine Reise vorhast, melde dich gerne, dann bekommst du Einzelheiten per Mail) standen sie tatsächlich vor uns - unglaublich!- unsere Motorräder. Die deutschen Kennzeichen erregten tatsächlich einige Aufmerksamkeit und wir kamen schnell in Kontakt mit der vielfach beschriebenen Freundlichkeit der Kanadier: Sie lächelten, winkten, grüßten und stellten interessierte Fragen und keiner von ihnen ließ uns ziehen, ohne uns eine gute und sichere Reise, alles Gute und viel Glück zu wünschen. Echt der Hammer.

 

Ihr seht, es hat sich viel getan, dieser Beitrag ist der längste bisher und dennoch habe ich den Eindruck, nur die Hälfte berichtet zu haben... Heute ist der 3. August und wir dürfen zum Glück noch einen Tag länger in unserer Bleibe in Halifax verweilen, sodass wir heute in Ruhe unser Gepäck sortieren und die Motorräder beladen können. Immer wieder sagen wir uns: Wir haben ein Jahr Zeit, wir sind nicht in Eile!

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Kommentare: 3
  • #1

    Michael (Samstag, 03 August 2019 20:08)

    Schön erzählt, tolle Bilder. Gut das alles geklappt hat mit Euren Motos. Hab noch einen Hasendraht gegen
    Marder unter Euren Liebling gelegt.
    Bis bald (schreibtechnisch� ) Michael Gruß auch von Silvia , die noch arbeitet.

  • #2

    Helga und Horst (Sonntag, 04 August 2019 08:43)

    Da habt Ihr ja eine Odysee hinter Euch, aber letztlich hat das alles noch gut geklappt .
    Lasst es langsam angehen. Ihr habt so viel Zeit. Weiterhin gute Fahrt.
    Zum Schluss noch eine Frage, wie bekommt man so viel Gepäck auf 2 Motorräder ??

  • #3

    Christiane (Sonntag, 04 August 2019 14:19)

    ...wie herrlich und unterhaltsam....meine Güte was müsst ihr alles durchmachen�aber ihr wisst ja wofür. Die kurzen Frisen stehen euch ganz wunderbar. Seid beschützt und weiterhin mit viel Freude dabei. Herzliche Grüße Christiane �